Mittwoch, 5. August 2026
Der neue, universelle Bösewicht …
Versuch einer Glosse – für Satire ist es zu spät
Die Hitze, die Hitze … die ist an Allem schuld! So was gab es noch nie – »es macht mir Angst«! Die Hitze verhindert Gaseinlagerungen für den kommenden Winter! So viel Hitze war noch nie – wir müssen jetzt endlich handeln!
Ich könnte, wenn ich suchen würde, noch etliche weitere Beispiele in dieser Art finden. Im Moment ist die Hitze »das Problem, das unser Aller Leben unterminiert«. Ich alter Sack erinnere mich noch, dass man früher »Hundstage« dazu sagte, zu dieser Jahreszeit. Da war es richtig warm, die wärmste Zeit des Jahres. Auch anstrengend zuweilen, ja. Doch vor Allem die Zeit, zum Badesee zu fahren. Und die langen, warmen Abende und Nächte zu genießen. Doch gibt es heute schon Helme für Badende? Man könnte doch beim Rein- und Rausklettern ausrutschen und sich … den wertvollen Kopf verletzen!
Heute sind wir doch weiter. Heute sagt man »drohender Klimakollaps« dazu. Und natürlich: Zur Rettung der Welt, oder zunächst mal des Klimas, müssen wir alles aufgeben, was unser Leben bislang einigermaßen angenehm gemacht hat: Heizung im Winter. Kühlung. Freie Mobilität. Und etwas zu essen, das nicht dem agro-industiellen Komplex entstammt. Denn dieser ist selbstverständlich so effizient, dass er das Klima retten wird! Daher weg mit all den erbärmlichen, kleinen Bauern, diesen Klimaschädlingen! Alle Macht den Großkonzernen!
Also: Wir müssen ganz schnell »Netto-Null« erreichen! Keine Emissionen mehr! Wie sagte das das IPCC schon vor langer Zeit? »Die Menschheit ist das Problem!« Daraus folgt logischerweise: weniger Menschen! Yuval Harari dachte schon laut über die vielen nutzlosen Esser – alles das Klima schädigende Menschen – nach. Nun, er meinte, man könne sie ja mit (Video-)Spielen und einem bedingungslosen Grundeinkommen ruhig stellen. Bedingungslos … Nein, natürlich nicht! Woher denn! Nur wer brav ist, bekommt es. Wer sich spritzen lässt, wann immer es »die Wissenschaft« für richtig hält. Wer alles digital macht. Und wer immer gehorcht, brav »Newspeak« (»Neusprech«) und »Doublethink« (»Doppeldenk«) praktiziert. Der bekommt es.
Nun, auf Zeit. Irgendwann muss er doch weg. Denn: Nutzlos. Wertlos. Einer zu viel. Schadet dem Planeten. Wer darunter fällt, entscheiden natürlich unsere neuen, weißen Klima-Ritter, äh, -Retter. Selbstverständlich dürfen die weiterhin mit ihren Privatjets und fetten Autos … Und weil sie so wichtig sind und darum ihre Gesundheit zählt, essen sie natürlich auch Bio-Lebensmittel und gute argentinische Rindersteaks. Den »Bauern« dieses Spiels, die währenddessen en Masse achtlos zur Seite purzeln, steht das nicht zu. Die haben so was nicht verdient. Denn sie sind menschlicher Abschaum. Genetisch minderwertig. Bio-Abfall in Menschenform.
Ist der immerhin kompostierbar? Wir haben doch durch und durch ökologische Ideale! Was, es sind auf einmal zu viele? Die menschliche Biomasse von, sagen wir, 7,5 Milliarden Menschen – wie wird man die effizient los? Nun, bestimmt forscht man da bereits dran. Ich könnte wetten, dass es so was wie Riesenkrematorien geben wird. Oder Schredderanlagen. Oder Beides. Und bestimmt große, KI-gesteuerte Monstermaschinen, die überall die Leichen(?) einsammeln und dann auch gleich geschreddert unterpflügen. Eine Art Mähdrescher für Menschen gewissermaßen. Schließlich geht es um die Rettung des Planeten!
Und verrottendes Fleisch und Blut sind bekanntermaßen guter Dünger. Ganz Europa hat davon reichlich zu bieten. Wir leben hier in Mitteleuropa auf einem Boden, der in weiten Teilen mit Menschenblut regelrecht getränkt wurde. Haben wir deshalb so gute Ernten? Oder müssen wir deshalb so viel Glyphosat versprühen, weil das Unkraut sich so wohl mit dem fühlt, was da versickert ist?
Vor vielen Jahren war ich mal in der Gegend von Verdun, wo auch heute noch in der Landschaft der Krieg wie eine Art diffuser Schatten sichtbar ist. Das war Mitte der neunziger Jahre, etwa achtzig Jahre nach den verheerendsten Schlachten des ersten Weltkrieges – der ja »das Ende aller Kriege« bewirken sollte. Nun ja, zumindest für die, die da fast ununterbrochen aufeinander schossen. Man führte ihn, um »Tabula Rasa« zu machen, um quasi alles Böse in der Welt zu beseitigen. Die auf der einen Seite der Schützengräben dachten, die Deutschen seien das menschliche Ungeziefer, das die Welt bedrohe. Die auf der anderen Seite sahen das Gleiche in ihren Gegnern. Oder auch nicht. Man machte auf jeden Fall mit, überall. Was folgte, sollte bekannt sein.
Vor Kurzem hörte ich einen Satz, der mich immer noch nachdenklich zurücklässt: »Die Menschen kämpfen ihre Kriege nicht um Land und Reichtümer, sondern um Geschichten.« Wenn ich so nachdenke und mich umschaue, dann kann ich das nur bestätigen: Der bereits tobende Krieg spielt sich (noch) in den Köpfen und Herzen der Menschen ab. Noch. Die wirkliche Radikalisierung, der wirkliche Extremismus tobt sich inzwischen vor Allem in der Mitte der Gesellschaft aus.
Und fast alle scheinen mir bereit zu sein, wie Sprinter für einen Kurzstreckenlauf. Angespannt, ganz leicht zitternd warten sie auf den Startschuss. Dass es wieder losgeht. Wieder? Ja, natürlich. »Corona« war gewissermaßen die Generalprobe. Und ich muss bewundernd sagen: Wir haben sie richtig gut absolviert! Wir sind »drin«. Wir sind bereit. Kriegstüchtig. Nur der Startschuss fehlt noch: die passende, »zündende« Geschichte.
Was wird die wohl sein? Die vom »neuen Killervirus«? Oder die vom »bösen Russen« und/oder dem »verbrecherischen Ayatollah-Regime«? Oder von der »gelben Gefahr«? Beides? Alles? Noch ‘ne Zugabe dazu – was Neues, das ich noch nicht kenne? Nun, es ist ja schon die »Poly-Krise« angesagt. Also lasse ich mich überraschen, was da noch kommen wird. Die Kräfte, die das alles arrangieren sind ja inzwischen gut eingespielt.
Also Leute, macht ihr mal. Macht schön mit, damit es auch ordentlich knallt. Ich werde bald weg sein. Werde euch nicht mehr im Weg stehen bei euren hochfliegenden, von Größenwahn triefenden Plänen, wie auf Kokain halluziniert. Euch auch nicht mehr mit meinem Boomer-Geschwurbel nerven. Ihr wisst, wo’s lang geht. Also los dann! Und bleibt cool. Unter allen Umständen. Denn der Tod ist nur eine fixe Idee von Spinnern wie mir. Das Leben womöglich auch. Ich Schnarchopi nehme das ernst, deshalb mein Tippanfall hier. Nun aber … los geht’s! Das Paradies, die Verheißung absoluter Kontrolle, absoluter Macht wartet!
Nur – letztendlich leider nicht für die weitaus Meisten von euch. Nein, nur für die Elite, für die mit den Privatjets. Und die werden sich spätestens dann, wenn sie ihr Ziel erreicht haben untereinander bis aufs Messer bekämpfen. Bis dann der alleinige Weltenherrscher übrig bleibt, ganz oben, alleine auf einem Trümmerhaufen sitzend. Und dann dämmert ihm womöglich, dass wir Menschenviecher es mal wieder verkackt haben.