Dienstag, 1. September 2020

Alles oder Nichts

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Alles oder Nichts

Heute Nachmittag auf dem Fahrrad. Bei der zweikreativsten Tätigkeit nach dem Scheißen kamen mir ein paar Gedanken – leider beunruhigende (siehe auch hier, Eintrag vom 18.4.20). Da wurde mir nämlich klar, wie viel für sie, für die Putschisten, auf dem Spiel steht. Ich nenne sie mal »die Putschisten«, der Einfachheit halber. Ich schließe dabei alle ein, die »mitmachen« beim großen Umsturz, der im »Great Reset« gipfeln soll – ganz unabhängig davon, aus welcher Motivation sie mitmachen, seien es nun Macht- und Geldinteressen und/oder ein fanatischer Glaube an die eigene »Mission«.

Sie haben hoch gepokert, ja alles auf eine Karte gesetzt: Jetzt oder nie! Etwas, das über Jahrzehnte vorbereitet worden war, soll nun endlich das ersehnte Ergebnis bringen. Da sind ganze Leben hineingeflossen, und viele, um dieser Sicht der Welt endlich zu ihrem »Recht« zu verhelfen. Und vor Allem: Die Menschen haben sich inzwischen weltweit nach diesen Idealen der Macht ausgerichtet – eine beachtliche Leistung derer, die das alles propagiert und mehr oder weniger bewusst vorangetrieben haben. Und jetzt ist der große Moment gekommen: Die Machtübernahme über die ganze Welt ist erstmals in der Geschichte der Menschheit nicht mehr nur eine utopische Phantasie, sondern technisch möglich geworden.

Das war noch nie da. Bislang konnte niemand so etwas umsetzen, allen Begehrlichkeiten zum Trotz. Doch jetzt ist es erstmals möglich, dank atemberaubender technischer Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten, begleitet von einer Verschiebung der Wahrnehmung der Menschen weltweit hin zu einem Bewusstseinszustand, der dazu passt. Der ist nämlich die Voraussetzung dafür, dass die Machtübernahme klappt und Bestand hat. Ohne die Mitwirkung oder zumindest Duldung des größten Teils der Weltbevölkerung wäre ein solches Unterfangen trotz atemberaubender neuer Machtmittel letztlich zum Scheitern verurteilt.

Es hängt also sehr viel an dem Narrativ, das gerade seinen Höhepunkt erreicht hat: Es ist das Narrativ einer unheimlichen Bedrohung, die ausschließlich mit den Mitteln beherrschbar sei, die die Putschisten vorgeben: »Social Distancing«, Maskentragen überall, Verlagerung wesentlicher Bereiche menschlicher Interaktion ins Internet, Abschaffung des Bargelds sowie Totalkontrolle plus pausenlose »Gesundheitsnachweise« samt Impfungen. Und noch ein paar Dinge mehr, die ich hier nicht erwähnt habe – einfach, weil ich sie mir noch gar nicht vorstellen kann.

Spielen wir das doch mal durch. Was wäre, wenn das gängige Narrativ fällt, wenn sich öffentlich herausstellen würde, dass die »Covidioten« in allen wesentlichen Punkten ihrer Sicht dieser »Krise« Recht haben? Es würde mit einem Schlag zeigen, dass der Kaiser nackt ist. Dass die derzeitigen »Eliten« der Gesellschaften gegen »ihr Volk« kämpfen, sich im Krieg mit ihm befinden. Ein Aufschrei würde um die Welt gehen, der die meisten Regierungen hinwegfegen würde. Und samt den Regierungen und ihren »Partnern« würde dies auch denjenigen die Macht aus den Händen schlagen, die im Moment unmittelbar vor der Erfüllung ihre kühnsten Träume stehen.

Und, noch schlimmer: Die Chancen stehen gut, dass in diesem Falle der psychische Schock, den viele erleben, weil sie so schamlos und infam getäuscht wurden, auch bewirken könnte, dass sie wie aus einer Trance aufwachen. Es muss gar nicht mal die Mehrheit sein – eine große Minderheit reicht schon. Die könnte sich, oh Graus, daran erinnern, dass wir doch Menschen sind und keine allmächtigen Götter, die ihre Zukunft in der letztlichen Abschaffung des Menschen sehen, im »Transhumanismus«. Das käme einem Paradigmenwechsel gleich – einem Paradigmenwechsel, wie wir uns und die Welt wahrnehmen. Dann hätte womöglich auf einmal doch noch das Sein eine echte Chance in einer Welt, die sich fast komplett dem »Haben-Modus« (Erich Fromm, »Haben oder Sein«) verschrieben hat.

Das Sein hat nun gänzlich andere Werte als das, an was fast alle hier (und wohl inzwischen praktisch weltweit) glauben. Solche Menschen wären kaum noch manipulierbar, beherrschbar. Staatliche Strukturen müssten ganz andere Formen annehmen als derzeit – Strukturen, die man heute so fürchtet »wie der Teufel das Weihwasser«. Die ganzen großen Pläne der globalen Geld- und Machteliten wären sprichwörtlich »zum Teufel«. Und es gäbe auf absehbare Zeit keine Chance mehr auf einen neuen Versuch – nun, zumindest keinen so »billigen« mehr, im übertragenen wie wörtlichen Sinne. Denn jetzt hätte man keine große Herde williger, selbstverliebter Schafe mehr, die man praktisch beliebig dorthin führen kann, wohin man sie haben will, sondern eine große Zahl sehr bewusster, wacher und entschlossener Gegner.

Es steht also extrem viel auf dem Spiel – für uns alle, die Putschisten eingeschlossen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Verlieren die Putschisten diese Entscheidungsschlacht, dann sieht es sehr schlecht für sie aus. Deshalb, fürchte ich, werden sie und ihre Helfershelfer zu Allem entschlossen sein – wirklich zu Allem. Irgendwo las ich kürzlich das Zitat, es sei heute billiger, eine Million Menschen zu vernichten als eine Million Menschen zu kontrollieren. Die Bluträusche des 20. Jahrhunderts waren womöglich nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte …

Heute (12.9.20) ein »Kritikchen« in der »Süddeutschen« – ich vermute mal, weil sich der Vorgang nicht mehr unterdrücken ließ. Die Mainzer Rechtsanwältin Jessica Hamed hat Prozesse (genauer: Normenkontrollklagen) gegen die Staatsregierungen verschiedener Bundesländer eingereicht. Darin sollen sich die Regierungen rechtfertigen, auf welcher sachlichen Grundlage die massiven Grundrechtseinschränkungen seit Ende März zustande kamen, die ja im Wesentlichen noch andauern.

Das Eilverfahren für Bayern wurde bereits vom Verwaltungsgerichtshof Bayern abgewiesen. Jetzt steht das Hauptverfahren an. Nun stellt sich dabei heraus: Es gibt angeblich keine Akten zu dieser Sache! »Als Grund führt Humls Mitarbeiter [der bayrischen Gesundheitsministerin] an, dass sich die Staatsregierung einer solchen Vielzahl von Informationsquellen bedient habe, ›dass eine aktenmäßige Erfassung nicht im Einzelnen erfolgen‹ habe können. Als Hauptquellen für die Einschätzung der Pandemie nennt er die täglichen Lageberichte des Robert-Koch-Instituts und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dazu wissenschaftliche Studien und Presseberichte sowie Gespräche mit Virologen und anderen Experten. Ein Ministeriumssprecher hat diese Aussagen noch einmal ausdrücklich bestätigt.«

Ich bin gespannt, wie sich der Staat Bayern da herauswinden wird, zumal Frau Hamed inzwischen im Rahmen des Hauptverfahrens »Einsicht in Akten, Dokumente und Vorgänge des Gesundheitsministeriums beantragt [hat], die nachvollziehbar machen, auf welcher Basis die Entscheidung für die Ausgangsbeschränkungen zustande kam. Die Antwort von Humls Haus: Es gibt keine Akte.« Das Grundgesetz wird in elementaren Bereichen außer Kraft gesetzt und ist es immer noch, und es gibt keine Akte! Man hat ja »durchregiert«. Werden jetzt noch Akten gefälscht, oder andere Dokumente, die man rückdatiert? Oder fühlt sich der Staat schon so stark, dass man auch das Hauptverfahren abbügeln kann? Immerhin haben sich inzwischen verschiedene Politiker wie der bayerische SPD-Fraktionsschef Horst Arnold regierungskritisch zu der Situation geäußert. Das ist doch schon mal was.

Bin gespannt, was daraus wird, mache mir aber ob der Gleichgültigkeit und dem Desinteresse der breiten Öffentlichkeit kaum Hoffnung auf einen wichtigen Durchbruch zugunsten des Rechtsstaates. Man wird es sich aller Voraussicht nach leisten können, auch hier weiter »durchzuregieren«.

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