Donnerstag, 19. November 2020

»Alles, was Sie tun und sagen wird gegen Sie verwendet werden«

Kommentieren

»Alles, was Sie tun und sagen wird gegen Sie verwendet werden«

Sich bei Demos an die Hygieneregeln halten? Oder besser doch nicht? Wir sind immerhin in der Situation, dass »alles, was Sie sagen oder tun gegen Sie verwendet wird«. Das ist eine perfide Situation, ähnlich perfide eingefädelt wie vieles Andere bei dieser »Pandemie«. Ich setze jetzt mal voraus, dass die Leserin oder der Leser sich informiert hat, wie real diese »Pandemie« wirklich ist. Ich will es an dieser Stelle nicht noch mal thematisieren. Nehmen wir also mal das »Einhalten« der »Hygieneregeln« bei den Demos gegen sie:

Okay, mal angenommen, (fast) alle halten sich an die Regeln – also Abstand halten und Maskenpflicht. Dann haben wir eine Innenwirkung (also die auf die Teilnehmenden) und eine Außenwirkung (auf die Polizei und die (Fernseh-)Zuschauer. Abgesehen davon werden garantiert die wenigen gezeigt werden, die sich nicht daran halten. Die Innenwirkung ist die einer subtilen, doch tiefgehenden (Selbst-)Demütigung. Denn wir gehen ja gegen die Maßnahmen auf die Straße, die unsere Grundrechte in elementarer Weise einschränken und müssen sie dazu und dabei wiederum selbst einschränken, um das zu »dürfen«. Es ist ungefähr so, als würde man dagegen demonstrieren, dass man dauernd in grüner Kleidung herumlaufen muss. Damit man es aber darf, darf man es ausschließlich in grüner Kleidung tun, sonst ist es illegal. Das ist in sich schon so absurd wie es etwa eine Demo gegen das Rauchen wäre, die nur erlaubt würde und legal wäre, wenn jede/r mit einer brennenden Kippe im Mundwinkel teilnimmt …

Die Außenwirkung ist also entsprechend. Stellen wir uns doch mal das letzte Beispiel vor, denn da würde es sehr offensichtlich: Wie würde eine solche Demo gegen das Rauchen ankommen? Wie ernst würden Beobachter sie nehmen? Und im aktuellen Fall gingen ja die Demonstrierenden sprichwörtlich für das offizielle Narrativ auf die Straße: Das Tragen der Masken und das Abstandhalten bedeuten ja, dass das Narrativ vom »Killervirus« stimmt – so kommt es ganz klar an. Nein, nicht explizit, aber implizit. Wir verraten dabei also unser ureigenes Anliegen. Wir laufen somit indirekt Werbung für seine Ziele, werden dafür vereinnahmt, ungeachtet der Slogans und Plakate, die gezeigt werden. Diese sind im Gegenteil Teil der Inszenierung der Demonstrierenden als eine Horde Spinner, die nicht merkt, dass sie tiefenpsychologisch gesehen eigentlich die Sache der Gegenseite vertritt. Hier geht der Punkt also klar an den Staat und seine Hofberichterstattung.

Nehmen wir nun den anderen Fall: Die meisten halten sich nicht an die »Hygienevorgaben«. Das ist ein Fall von zivilem Ungehorsam, der bei der großen Mehrheit der Zuschauer Wut, ja blanken Hass auslösen kann, was selbstverständlich von den Mainstreammedien gerne genutzt und befeuert wird: Das sind die Gefährder! Das sind potentielle Mörder, ja Genozid-Verüber! Das sind empathielose Egozentriker! Das sind die Leute, die sich nicht an Regeln halten können oder wollen und asozial sind! Und so weiter und so fort, von der inzwischen üblichen Litanei an Beschimpfungen und Diffamierungen mal ganz abgesehen.

Gleichzeitig hat nun die Polizei eine Rechtfertigung, die Demo (vorzeitig) aufzulösen, notfalls mit Gewalt. Man habe sich nicht an Hygienekonzepte und -Vorgaben gehalten und stelle deshalb eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar – Gefahr im Verzug! Nun ja, wie wir wissen, wird die Demo sowieso aufgelöst, doch wenn alle »brav« sind halt etwas später, nach dem Motto »Es reicht jetzt, ihr Spinner! Geht endlich nach Hause!« Und die Fernsehzuschauer und Zeitungsleser können sich selbstgerecht über die »unverantwortlichen Corona-Leugner« aufregen, die mal wieder ein »Superspreader-Event« veranstaltet hätten. Das ist es zwar nicht, doch so lässt sich das darstellen und wird auch so verstanden, von Allen, die das offizielle Narrativ kritiklos »gefressen« haben. Auch hier geht das »Tor« an den Staat und seine Propaganda-Maschine.

Nun – wie man es dreht und wendet – da der Staat die Medien- und auch die Deutungshoheit hat und sie auch rücksichtslos nutzt, können wir tun, was wir wollen – der Punkt geht immer an der Staat. Wobei wir uns im ersten Fall auch noch selbst verraten haben. Wiegt denn diese tiefe (Selbst-)Demütigung die dann eventuell geringfügig weniger diffamierenden Kommentare in den Mainstreammedien auf? Oder die halbe Stunde, die die Demo länger dauern durfte? Die Allgemeinheit würde das Ganze dann zwar schneller »vergessen« – es ist ja eh nicht »angekommen«. Denn wer nimmt denn jemanden wirklich ernst, der mit einer Kippe im Mund gegen das Rauchen demonstriert? »Sind doch alles nur Spinner und Durchgeknallte, und natürlich Nazis …«

Ich meine, das ganze »Appeasement« stimmt nicht für uns. Selbst auf die Gefahr hin, noch stärker für die Spaltung der Gesellschaft und den Hass auf Minderheiten instrumentalisiert zu werden – der Preis des Selbstverrats ist extrem hoch. Falls wir uns weigern, uns selbst zu verraten haben wir immerhin das Signal eines zivilen Ungehorsams in die Welt gegeben, haben gezeigt, dass er möglich ist. Ganz egal, ob das der mitläuferischen Mehrheit nun passt oder nicht. Denn es ist ein ziviler Ungehorsam im Kampf für unsere Menschlichkeit. Wir können nicht gehorsam nach ihren Bedingungen kämpfen, wenn man uns unsere Menschlichkeit nehmen will, sondern wir müssen diese Menschlichkeit auch auf die Straße bringen. Wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht zeigen! Ansonsten haben wir verloren, bevor wir richtig angefangen haben. Wenn wir uns grundsätzlich ihren Regeln unterwerfen, um überhaupt demonstrieren, ja kämpfen zu dürfen, haben wir schon verloren.

Ich muss aber noch eine Ausnahme anmerken – nun, es ist eigentlich keine »richtige« Ausnahme, sondern nur »eine halbe«. Diese Ausnahme ist der Schweigemarsch. Die Strategie der Gegenseite ist ja: »Alles, was Sie tun und sagen wird gegen Sie verwendet werden!« Das funktioniert im Großen und Ganzen hervorragend, denn die Deutungshoheit über alle Ereignisse und Äußerungen hat ja der Staat und seine Medien. Beim Schweigemarsch gibt es jedoch nur wenig, das sich dafür nutzen lässt, will heißen, es gibt wenig »Futter«, das sich als »Munition« wieder gegen die Demonstranten zurückwerfen lässt.

Da gehen Menschen unter Einhaltung der »Hygieneregeln« ohne Poster, Symbole oder anderer »fassbarer« Äußerungen einfach schweigend durch die Straßen. Schwierig für die Mächtigen. Es ist wie ein glatter Gegenstand, der sich kaum anfassen lässt, ohne aus der Hand zu glitschen. Nun, man kann versuchen, Störungen, »Zwischenfälle« zu inszenieren, oder die Kameras auf eventuell anwesende Leute halten, die als »Rechte« bekannt bzw. ausgewiesen sind. Ob die von sich aus oder auf »Aufforderung« dabei sind, spielt dabei nur eine Nebenrolle. Alles in Allem ist also der Schweigemarsch noch die öffentliche Protestform, die am schlechtesten ganz einfach gegen sie instrumentalisiert werden kann. Nichtsdestotrotz wird Hohn, Spott und Diffamierung über die Demonstrierenden ausgegossen werden. Damit müssen wir leben.

Doch die Zeit ist endgültig vorbei, wo wir eine Bahnsteigkarte kaufen, bevor wir auf den Bahnsteig stürmen. Wir müssen das begreifen, sonst sind wir von vornherein verloren.

Dein Kommentar zu »»Alles, was Sie tun und sagen wird gegen Sie verwendet werden««

Dein Kommentar