Freitag, 31. März 2017

Realsatire

2 Kommentare

Realsatire

Nun ist sie also durch, die sogenannte PKW-Maut. Es ist eine Idee der CSU, der die Mehrheit der Bevölkerung wenig Begeisterung entgegenbringt.

Sie steht nicht nur dem Gedanken der europäischen Einigung entgegen, indem sie das »Brexit-Bewussstsein« in klein in Deutschland päppelt: Das ist gerade in der heutigen Zeit ein Signal in die falsche Richtung.

Sogar Experten, die sich bislang nicht regierungskritisch hervorgetan haben, hatten schon im Vorfeld abgeraten. Eventuellen kurzfristigen Vorteilen stehen gewichtige mittel- und langfristige Nachteile entgegen. Was soll das Ganze also?

Mein Gedanke zu der Idee der PKW-Maut, als ich das erste Mal von ihr hörte, war: »Seid Ihr des Wahnsinns fette Beute?« Schon die Einführung der LKW-Maut vor einigen Jahren halte ich mehr für ein schlecht getarntes staatliches Sponsoring-Projekt für die deutsche Industrie, verbunden mit einer gehörigen Portion Spaltpilz für die europäische Idee.

Jetzt also noch eine Zugabe. Und die beiden großen Parteien haben das durchgewunken! Oh mein Gott! Ganz Deutschland ist ein Irrenhaus, aber wo ist die Zentrale? Ich komme nicht umhin, sie hier in Berlin, in der Regierung zu sehen. Welches Signal sendet das an die eigene Bevölkerung, welches an Europa?

Und was verspricht das für die Zukunft, für die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl im September? Ich finde es sehr passend, dass einem Kommentator bei »Spiegel Online« dazu der Song »Highway to Hell« von AC/DC einfällt …

Vorheriger Eintrag:
 

2 Kommentare zu »Realsatire«

  1. Kannst du mal sagen, was eigentlich so ablehnenswert an der Maut ist?
    Schon vor über 40 Jahren nahm z.B. Italien Autobahngebühren und heute ist sowas wohl überall in Europa üblich

    http://www.kfz-auskunft.de/info/autobahngebuehr.html

    Mich als Mensch ohne Auto tangiert das Thema nicht besonders und natürlich neige ich dazu, CSU-Vorhaben kritisch zu sehen. Hier insbesondere die Tatsache, dass deutsche Autofahrer nicht wirklich zahlen sollen, sondern anders „entlastet“ werden – wenn schon, dann für alle.

  2. Liebe Claudia,

    wie ich schon am Anfang des Artikels erwähnt habe, ist es weniger die Idee der PKW-Maut als solche, die ich bedenklich finde. Es ist der Zeitpunkt der geplanten Einführung und die Attitüde dahinter, dass das reichste und wohl auch politisch mächtigste Land Europas gerade jetzt auf solchen Plänen besteht. Also eher eine Frage der Politik und der Psychologie denn die schlichte Frage, ob das denn zulässig wäre.
    Und die Einwände, dass vor allem die politischen »Folgekosten« letztlich höher seien als es das Geld wert ist, das dadurch zusätzlich in die Staatskasse käme hat für mich Gewicht. Darum ging es mir, als ich das schrieb.

    Liebe Grüße

    Claus

    P.S.: In der »Anstalt« vom 4.4.17 gibt es noch weitere Informationen zu diesem Thema, die die Dinge in einem interessanten Licht erscheinen lassen: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt

Dein Kommentar